Egal um welche Art von Schädling es sich handelt, ein Befall sollte niemals ignoriert oder verharmlost werden. Dem Laien fällt es schwer, das ganze Ausmaß eines Schädlingsbefalls richtig zu erfassen und dessen Folgen abzuschätzen. Schon oft sind mir während meiner Arbeit Fälle untergekommen, die sich anfangs mit wenig professionellem Aufwand hätten lösen lassen. Die Kunden spielten das Problem allerdings lange herunter und riefen mich erst, als es nicht mehr anders ging. So gaben sie den Tieren genügend Zeit, sich ungehindert auszubreiten und immensen Schaden anzurichten.
Überhaupt existiert noch in vielen Köpfen der Gedanke, dass von ein paar kleinen Tierchen keine große Gefahr ausgehen kann. Das ist ein Irrglaube! An dieser Stelle tut Aufklärung dringend Not. Damit meine ich nicht, dass jeder Mensch beim Anblick eines Käfers oder einer Made in schiere Panik verfallen soll. Es geht vielmehr um die Sensibilisierung und das Bewusstsein, was im schlimmsten Fall passieren könnte – und die Betonung liegt klar auf „könnte“.
Bemühen wir zum besseren Verständnis ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich. Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Ihrem Auto unterwegs. Als Sie eines Tages an der Ampel bremsen, macht der Wagen plötzlich komische Geräusche. Sie ignorieren es erstmal. Doch mit der Zeit wird das Quietschen bei jedem Bremsen lauter. Irgendwann fängt das Auto in diesen Momenten auch an, leicht zu ruckeln. Was tun Sie also? In Panik schreiend aus dem Wagen flüchten? Wohl kaum. Das Radio einfach lauter drehen, um zumindest die mysteriösen Geräusche zu übertönen? Wenig ratsam. Stattdessen würden Sie Ihr Fahrzeug frühzeitig von einem Fachmann durchchecken lassen. Aber warum? Weil Sie sich bewusst sind, dass Probleme mit der Bremse im schlimmsten Fall böse enden können. Beispielsweise mit einer horrenden Werkstattrechnung, weil das Problem mit der Zeit schlimmer geworden ist. Oder mit einem Blechschaden. Oder in weniger glimpflichen Fällen auf der Intensivstation. Manchmal genügt schon eine kleine lose Schraube oder ein abgebrochenes Zahnrädchen und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Mit Schädlingen ist das nicht anders. Ein kleines Tier kann später zur persönlichen Katastrophe werden. Wie beim Quietschen der Bremsen nicht wegzuhören, sollten Sie auch bei einem Schädlingsbefall nicht wegsehen. Lassen Sie mich die Gründe anhand einiger Beispiele weiter verdeutlichen:
Ihre Gesundheit
Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen. Um sie zu erhalten, investieren nicht wenige Leute viel Zeit und Geld. Gesunde Ernährung, Sport, regelmäßige ärztliche Kontrollen. Selbst Sturzhelme und Airbags haben nur ein Ziel: unsere Gesundheit und unser Leben zu schützen. Risiken werden minimiert, wo es nur geht.
Würden Sie bei so viel betriebenem Aufwand mal eben einer Million Krankheitskeimen erlauben, über Ihr Mittagessen zu spazieren? Nein? Vertrauen Sie mir, wenn ich Ihnen sage: Das passiert öfters, als Sie denken! Eine einzige Fliege kann diese Anzahl an Keimen bei sich tragen. Bei genauerer Überlegung ist das auch nicht verwunderlich. Fliegen lieben Aas und schwirren gern um die Kadaver toter Tiere. Auch Kot, Blut und Abfälle ziehen die Tiere an. Wenn Sie Ihr Essen noch genießen wollen, sollten Sie sich also besser nicht überlegen, wo die Fliege überall saß, bevor sie auf Ihrem Brötchen landete.
Da Viren und Bakterien für das menschliche Auge unsichtbar sind, ist es nahezu unmöglich, die Gefahren abzuschätzen, die von ihren Überträgern ausgeht. Und diese sind zahlreich. Es gibt kaum einen Schädling, der nicht als potentielles Medium in Frage käme. Vor allem Speichel und Kot der Tiere können mit gefährlichen Keimen kontaminiert sein. So vielfältig wie die Schädlinge selbst sind auch die Krankheiten, die sie übertragen können. Angefangen von Grippe und Salmonellose über Milzbrand bis hin zu Tuberkulose, Hepatitis und Tollwut. Kleinkinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind besonders anfällig für eine Ansteckung.
Ihre materiellen Werte
„Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand über Ägyptenland, dass Heuschrecken auf Ägyptenland kommen und alles auffressen, was im Lande wächst, alles, was der Hagel übriggelassen hat.“
Zweites Buch Mose 10,12
Heuschrecken, wie sie als achte der biblischen Plagen über das Land herfielen, gibt es in Deutschland zum Glück nicht. Allerdings können auch andere Schädlinge hierzulande großes Unheil anrichten. Mäuse und Ratten haben sich schon Zugang zu Getreidesilos verschafft und ganze Ernten vernichtet. In Lebensmittelmärkten und Lagern sind fast keine Regale und Verpackungen vor ihnen sicher. Die Allesfresser sind nicht wählerisch. Von Käse und Speck über Obst, Gemüse und Getreide bis hin zu Schokolade, Backwaren und Jogurts steht vieles auf ihrem Speiseplan.
Holzwürmer lieben es bereits dem Namen nach bodenständiger. Die knarzenden Geräusche, die zu hören sind, wenn sie sich langsam durchs Gehölz arbeiten, sind ein untrügliches Zeichen für ihre Anwesenheit. Die Gänge, die sie ins Holz fressen, lassen es instabil werden. Die Folge: Stühle, Tische und Betten brechen plötzlich zusammen. Sind die Tiere erst einmal in Wände und ins Dachgebälk vorgedrungen, wird es richtig gefährlich. Zerfressen sie dort tragende Balken, besteht akute Einsturzgefahr. Zudem bleibt zu beachten: Nur die wenigsten Versicherungen decken diese Schäden ab. Im schlimmsten Fall stehen die Eigentümer vor dem Ruin.
Manche Käferarten haben dagegen einen noch exquisiteren Geschmack. Pelzkäfer zerstören nicht nur teure Mäntel, sondern beispielsweise auch Wohntextilien. Bestimmte Mottenarten tummeln sich mit Vorliebe in Teppichen, die Larven einiger Nagekäfer lassen Bücher förmlich zu Staub zerfallen. Dem finanziellen Schaden, den Schädlinge anrichten können, sind somit keine Grenzen gesetzt.
Ihr Ruf
Vor allem Gastronome müssen auf ihren Ruf achten. In Zeiten des Internets verbreitet sich Mundpropaganda durch Gäste rasend schnell und erreicht ein immer größeres Publikum. Nicht nur in sozialen Netzwerken, auch auf Bewertungsplattformen wie yelp.de und tripadvisor.de tun Besucher gern ihre Meinung kund. Wenige Tastenanschläge genügen und schon ist das Urteil über ein Lokal gesprochen. Potentielle Neukunden tendieren mittlerweile dazu, sich vor einem Besuch online über die Meinungen anderer Gäste zu informieren. Nicht selten lassen sie ihre Besuchsentscheidung von deren Bewertung beeinflussen.
Wie im realen Leben, so gilt allerdings auch im World Wide Web: Kritik ist in der Regel schneller geäußert als Lob. Wer mit seinem Restaurantbesuch zufrieden ist, gibt vielleicht etwas mehr Trinkgeld und geht gutgelaunt nach Hause. Wer unzufrieden ist, sucht dagegen ein Ventil, um seinem Unmut Ausdruck zu verleihen. Gäste scheuen jedoch in vielen Fällen die direkte Konfrontation mit den Servicekräften oder dem Inhaber. Die Anonymität des Internets bietet ihnen mit seinen unzähligen Bewertungsportalen eine willkommene Alternative.
Würde so ein Kunde nun in einem Restaurant sitzen, in dem ihm eine Ratte zwischen den Beinen umher huscht oder eine Made aus dem Salat entgegen kriecht – die Bewertung wäre vernichtend. Und so gut wie kein Internetnutzer, der dessen Kritik liest, würde noch einen Besuch im entsprechenden Lokal in Betracht ziehen.
Fazit
Sie sehen: ein Schädlingsbefall ist nicht nur störend, sondern birgt weit mehr Gefahren, als auf den ersten Blick ersichtlich sein mögen. Es ist daher wichtig, möglichst frühzeitig aktiv zu werden und Rat bei Experten zu suchen. So stellen Sie sicher, dass sich ein kleines Problem nicht zu einem großen Unglück entwickelt.






