Schädlingsbefall ist nicht automatisch ein Zeichen mangelnder Hygiene. Trotzdem hält sich dieses Vorurteil weiterhin hartnäckig in den Köpfen vieler Menschen. Das Stichwort „Schädlingsbefall“ ist für sie synonym mit heruntergekommenen Wohnungen, zugemüllt mit allem, was die Eigentümer in Jahrzehnten ansammelten. Oder aber mit verdreckten Großküchen, in denen sich verschmutztes Geschirr stapelt und altes Essen in Töpfen vor sich hin gammelt. Wem Schädlinge ins Haus kommen, der ist dem Volksglauben nach oft unhygienisch, verantwortungslos, überfordert, gehört zur Unterschicht, ist arm. Glauben Sie mir: Dem ist nicht immer so.
In den bald zwei Jahrzehnten, in denen ich als Schädlingsbekämpfer arbeite, habe ich vieles gesehen. Natürlich waren in dieser Zeit auch Fälle dabei, die sämtliche der gerade genannten Klischees erfüllten. Doch stand ich auch schon in den blitzblanken Küchen von Sterne-Restaurants, stellte in den Lagerhallen namhafter Unternehmen meine Fallen auf und half verzweifelten Villenbesitzern mit ihren Problemen. Schädlinge kennen kein arm oder reich, sie scheren sich nicht um bekannte Marken, die Anzahl der Michelin-Sterne oder prominente Namen auf dem Klingelschild. Ihnen genügt ein offenes Fenster, ein Lüftungsschacht oder ein kleines Loch unter der Türschwelle. Manchmal verstecken sie sich auch in Pflanzen, die wir aus dem Baumarkt holen; in den hübschen Bilderrahmen vom Flohmarkt oder im Urlaubsgepäck. Genauso gut gelangen sie in Transportkisten, Müslischachteln und Kräutertöpfchen ungesehen an neue Orte.
Schädlinge kennen keinen Promibonus
Meine Mitarbeiter und ich sind nicht nur in Deutschland tätig, sondern auch über dessen Grenzen hinaus. Auf der spanischen Insel Palma de Mallorca kümmern wir uns beispielsweise ebenfalls um Schädlingsprobleme aller Art. Auf der Deutschen liebsten Urlaubsinsel haben sich viele Auswanderer niedergelassen und auch Prominente genießen dort die lauen Nächte. In den südlichen Gefielden sind Schädlinge aber weit verbreitet. Vor allem Pharaoameisen und Ratten finden immer wieder einen Weg in die Fincas, Hotels und Gaststätten. Wer sie sichtet, vertraut am liebsten auf Hilfe aus der Heimat – schnell, diskret und effektiv.
Prominente haben den Nachteil, dass sie für Dreharbeiten und andere Engagements viel unterwegs sind. In ihrer Abwesenheit breiten sich Schädlinge, einmal im Haus, ungestört aus. So manchen Sängern, Schauspielern, Sportlern und Models hat mein Team bereits helfen müssen. Die Gründe waren oft simpel. Angebrochene Müslischachteln sind eigentlich kein Problem. Die Lebensmittel halten sich oft über einige Monate, auch wenn die Besitzer längere Zeit nicht zuhause sind. Stehen sie jedoch ungenutzt und geöffnet im Schrank, können sie Schädlinge wie Motten anziehen, die sich bald darauf in der gesamten Küche ausbreiten. Auch Pools öffnen ungebetenen Gästen Tür und Tor. Über Filter- und Rohranlagen gelangen Nagetiere und andere Schädlinge ins Haus. Kehren die Prominenten dann zurück, sind sie alles andere als erfreut. In der wenigen freien Zeit, die ihnen zwischen ihren Engagements bleibt, möchten sie sich nicht ihren Kopf über Schädlinge zerbrechen müssen. Daher sind sie sehr empfänglich für schnelle und diskrete Problemlösungen.






